Festivals: Summer Breeze Rückblick 2011 – Tag 1

Wie lange haben wir nur auf diesen Termin gewartet. Das Summer Breeze Festival stand vor der Tür und wir sind live mit Kamera und Mirkofon dabei. Wir haben Fotos, Geschichten und ein Interview mit Nervecell mitgebracht. Das Gespräch gibt es aber erst in ein paar Tagen.

Aber alles der Reihe nach: Nachdem wir den apokalyptischen Weg bis nach Dinkelsbühl hinter uns gebracht, alle organisatorischen Dinge erledigt und uns mit genügend fester wie flüssiger Nahrung eingedeckt hatten, fuhren wir auf den Campingplatz. Leider lag der Platz „leicht“ abschüssig, sodass wir drei Nächte lang Berge bestiegen. Dafür gab es aber nette Nachbarn und sogar halbe Sicht auf die Bühnen. Vom Campingplatz aus!

Also Schuhe an, Hosen aus und ab ging es zur ersten Band. Cripper haben ihrem Namen alle Ehre gemacht und eine ziemlich Dicke Show hingelegt. Die acht Songs machten richtig Spaß und kamen im Zelt perfekt zur Geltung. Gerade Frontfräulein Görtz brillierte mit ihrer Stimme und machte ordentlich Stimmung unter den leider nur zahlarmen Zuhörern.

Death Before Dishonor machten den nächsten Act und haben eine solide Hardcore Show gespielt. Wie man das gewohnt ist, gab es viel Publikumsnähe, viele nette aber eben auch typische Sprüche und ein bisschen Bollo-Gehabe. Keine Glanzleistung, aber trotzdem schön, solche Bands auf einem eher metallischen Festival zu sehen. Allerdings kamen sie nicht an die Energie und Spielfreude der nächsten Band heran.

Comback Kid haben mal wieder alles auf den Kopf gestellt. Vollgas ab den ersten Sekunden: Crowdsurfing, Pits, Sänger im Publikum, es war eine einzige Pracht. Neben einigen alten Songs gab es auch neuere Kaliber wie „G.M. Vincent & I“ oder „Because Of All The Things You Say“ zu hören und das auf höchstem Niveau. Normalerweise bekommt man auf Festivals immer nur einen Teil einer Band zu sehen, da kaum jemand sein volles Potenzial auf einer Festivalbühne ausspielen kann. Comeback Kid haben aber das Gegenteil bewiesen. Großes Kino!

Nach diesem ersten Highlight mussten wir zunächst feststellen, dass ein gutes Bier „wie a guder Freund“ ist. Fünf Euro fürs Phrasenschwein und weiter zum Zelt, wo schon Kvelertak auf uns warteten. Ich habe den Hype um die Norweger irgendwie nicht verstanden. Als ob die viel anders machen als Red Fang oder dergleichen. Nichts gegen Red Fang, aber live packen einen Kvelertak (norwegisch für „Würgegriff“) nicht nur am Hals, sondern drücken einem die Scheisse direkt durch den Enddarm. Super gut anzusehen wie besoffen und asozial man sich auf der Bühne aufspielen und dabei dennoch eine musikalisch extrem gute Show spielen kann. Big Thumbs Up!

Da wir Ignite nicht verschmähen, sie aber schon einige Male gesehen haben, ging es dann fast nahtlos zu Arch Enemy über. Trotz Weißheitszahnoperation hat Fronterin Gossow gute Arbeit geleistet. Die Neujahrsreden zwischen den Songs hätte man vielleicht ein bisschen kürzen können, aber angesichts ihres Angesichts war das auch zu verkraften. Immer wieder schön zu sehen bzw. zu hören wie brachial und ja ich sage es jetzt, wie männlich die Frau klingt. Mit allen Hits bepackt war es ein sehr gelungener Auftritt.

Die folgenden Sonic Syndicate haben unsere Erwartungen allerdings auch voll erfüllt. Wir hatten nämlich keine. Ich weiß nicht warum wir uns nicht mit der Band anfreunden können aber ich vermute, dass es am etwas lustlosen Singsang lag. Vielleicht täuschen wir uns auch.

Nachdem wir uns zunächst schon auf den Heimweg und damit in abschüssige Träume verabschieden wollten, haben wir glücklicherweise noch Hackneyed mitgenommen. Und leck die Wurst, die haben ein Feuerwerk abgefackelt. Neue wie alte Songs wurden blitzgenau gespielt, dem Publikum kaum Pausen gegönnt und das ohne dabei gestresst oder überheblich zu wirken. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich vorher nicht viel mit den Buben aus Süddeutschland anfangen konnte, aber dieses Vorspiel war in jeder Hinsicht ein Ohrgasmus.

Unsere Ohren waren es auch, die uns nach dieser bayerischen Schlachtschüssel in die Federn zwangen. Schuhe aus, Hosen an und gute Nacht!

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Hadem ♠

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