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Evolution des Lesens – Mit Spritz bis zu 1000 Wörter pro Minute lesen

Text begegnet uns heute auf unterschiedlichste Arten und verschiedensten Endgeräten. Dabei müssen wir immer mehr Informationen, immer schneller verarbeiten. Trotzdem lesen wir noch genauso, wie wir das bereits vor 1500 Jahren getan haben, nämlich von links nach rechts. Das finden die Jungs und Mädels von Spritz, einer Firma aus Boston, ziemlich altbacken und haben dem herkömmlichen Lesen den Kampf angesagt.

The time-consuming part in reading is the eye movement from word to word, which requires lots of space. With compact text streaming from Spritz, the eye does not have to move. This enables fast streaming which more comfortable and easier for the reader.

Und weil die Bewegung des Auges so lange dauert, streamt die Technologie von Spritz lediglich einzelne Wörter. Ein Satz wird also Wort für Wort wiedergegeben. Der Fokus des Auges soll dabei immer auf den gleichen Punkt gerichtet bleiben. Um diesen Fokus zu festigen, bedient man sich dem sogenannten „redicle“. Das „redicle“ ist ein Fadenkreuz für Wörter, dessen Mitte mit einem roten Buchstaben markiert wird, der innerhalb des gestreamten Wortes vorkommt. Das sieht dann so aus:

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Na und dann geht der Spass los. Man starrt in das Fadenkreuz und wird mit Wörtern befeuert, die sich tatsächlich erstaunlich fix aufnehmen lassen. Spritz behauptet, dass geübte Leser bis zu 1000 Wörter in der Minute erfassen können. Angeblich liegt der Durchschnitt beim normalen Lesen bei ca. 200 bis 240 Wörtern pro Minute. Hier könnt ihr diese Methode mal ausprobieren und euch langsam hocharbeiten. 400 Wörter pro Minute fand ich schon heftig.

Ich bin ja noch ein bisschen zwiegespalten. Besonders im Hinblick auf mobile Endgeräte ist diese Technologie natürlich ziemlich nett. Im Speziellen denke ich da an Smartwatches und eventuell Smartphones. Ob das allerdings für Tablets oder gar große Monitore geeignet ist, bezweifle ich. Da hab ich dann doch lieber den gesamten Satz, Absatzes oder gar die ganze Seite im Blick. Mal sehen was die Tech-Dudes draus machen.

UPDATE: Die Dudes haben jetzt auch eine ordentliche Homepage, auf der man auch auf Deutsch spritzen kann.

So sieht der Spaß auf dem Smartphone aus:

 

(learn2spritz via gizmodo)

kragl

feinundknusprig.de

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